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WAS SIND VIRTUELLE WELTEN?
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Was sind Virtuelle Welten?
Begriff und Hintergrund
Benutzer und Welt
Wandel der Ökonomie

Benutzer und Welt

Das Spektrum möglicher Anwendungen von Virtuellen Welten ist enorm vielseitig. Bestimmte Welten entwickeln sich immer mehr zu einer „Simulation“, die dem wirklichen Leben sehr nahe kommt. Im Gegensatz zu Websites befinden sich die Benutzer hier in einer Welt, einem sehr großen dreidimensionalen Gebiet, welches überwiegend realitätsnah ausgestaltet ist. In der virtuellen Welt navigiert man zudem nicht mehr wie bei Webpages über Links, sondern man bewegt sich zwischen und innerhalb von Landschaften und Gebäuden. Dabei kann man aus der Realität bekannte Bewegungsformen benutzen, also Gehen, Laufen, Rad- oder Autofahren, oder sich alternativ auch SL-spezifischer Fortbewegung wie etwa dem Fliegen oder dem „Teleportieren“ bedienen.

Am ehesten lässt sich das Empfinden von Virtuellen Welten damit umschreiben, dass man sich nicht mehr vor seinem Computer, also quasi als passiver Betrachter einer „flachen“ Darstellung, wahrnimmt, sondern sich bereits nach kurzer Zeit wie ein Teil der Virtuellen Welt fühlt und sich dort auch frei bewegen kann. Der Benutzer identifiziert sich dabei sehr stark mit seiner virtuellen Repräsentation, dem sog. Avatar, dessen Körperform und Bekleidung von ihm in vielen Welten frei gewählt werden können. Man befindet sich dann z.B. gemeinsam mit anderen Benutzern an einem Strand, in einem Konzertsaal oder in einem Vortrag. Wie im wirklichen Leben kann man nun mit den anderen Benutzern kommunizieren, gemeinsam soziale Aktivitäten durchführen, zusammen einkaufen gehen usw.

Gemeinschaft spielt im virtuellen Leben eine zentrale Rolle. Die Bewohner der Welten gründen wie im realen Leben Clubs und Vereine, die fast alle Aspekte ihrer Interessen widerspiegeln. Dabei wird viel Wert auf Kommunikation und kooperative Kreation gelegt. Second Life zum Beispiel besitzt zahlreiche philosophisch oder künstlerisch ausgerichtete Gruppen, die z.B. gemeinsam in einem Salon debattieren oder ihre Schöpfungen in einer virtuellen Galerie ausstellen. Die Ernsthaftigkeit, mit der diese sozialen Aktivitäten ausgeübt werden, drückt sich auch stark in den SL-Zeitungen aus. Es existieren mehrere Dutzend redaktionelle Magazine in SL, die das „Leben“ dort begleiten und dokumentieren.

Mit den stark wachsenden Benutzerzahlen von Virtuellen Welten gewinnt auch dessen Bezug zum realen Leben rasant an Bedeutung. Mittlerweile ist es einfach geworden, über eine Online-Welt Menschen aus derselben geographischen Region zu finden. Immer mehr Gruppen und Einzel-User nutzen daher die virtuelle Online-Welt auch als Ausgangs- und Treffpunkt für reale Aktivitäten oder Treffen. Insbesondere bilden sich in Welten wie Second Life „Wohngebiete“, die nach realen deutschen Städten benannt sind, und in denen sich im Wesentlichen Benutzer aus derselben Region zusammenfinden. Dabei findet immer mehr ein systematischer Brückenschlag zwischen Virtuellem und Realem statt, die jeweiligen Erfahrungs- und Interessenssphären beginnen sich zu überlagern.

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